Buchvorstellung der Reihe „Deutsche Gegenwartskunst“

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Am 13. August fand im Shanghai Exhibition Center die Buchvorstellung „Warum brauchen wir Kunst immer mehr? – Neuerscheinungen der Reihe ‚Deutsche Gegenwartskunst‘“ statt.

Die von Professor Sun Zhouxing von der Zhejiang-Universität herausgegebene Reihe umfasst Werke und Übersetzungen wie „Der Kunst die Regeln geben: Ein Gespräch mit Heinrich Heil“ und „Was ist Kunst? Werkstattgespräch mit Beuys“. Sie zeichnet die Entwicklungslinien des Denkens in der deutschen Gegenwartskunst seit Joseph Beuys systematisch nach, schafft damit eine wichtige dokumentarische Grundlage für die Erforschung der Gegenwartskunst in China und fördert zugleich den chinesisch-deutschen Dialog über Kunstphilosophie.

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Das Foto zeigt die Szene bei der Buchvorstellung. [Foto: Shanghai Observer]

​Im Rahmen der Buchvorstellung diskutierte Professor Sun Zhouxing mit Professor Chen Xiaowen von der Shandong-Universität und Professor Yan Zhilong von der Theaterakademie Shanghai. Sie erörterten, wie sich die Kunst im Zeitalter der Technik gegen eine zunehmende Vereinheitlichung behaupten kann.

In der Diskussion erklärte Professor Sun, die Technik treibe die Menschheit im Zeitalter der digitalen Zivilisation immer stärker in Richtung Vereinheitlichung. Der fortwährende Wandel und die Innovationskraft der Kunst könnten dieser Tendenz jedoch entgegenwirken.

Professor Chen erläuterte aus technikphilosophischer Perspektive, die Technik habe sich von einem Werkzeug zu einer dominierenden Denkweise entwickelt. Unter der Herrschaft dessen, was Heidegger als „Gestell“ bezeichnet, werde der Mensch zur „Humanressource“, während Vielfalt und Reichtum durch Vereinheitlichung verdrängt würden. Allein die Kreativität und Transzendenz der Kunst seien nicht an standardisierte Maßstäbe gebunden und könnten daher technische Entfremdung überwinden und die Vielfalt und den Reichtum des Lebens wiederherstellen.

Ausgehend von seiner künstlerischen Praxis erläuterte Professor Yan die Grenzen des Einsatzes von KI in der Kunst. Seiner Ansicht nach kann KI in der stilistischen Ausbildung von Studierenden im Grundstudium als Werkzeug dienen; echte künstlerische Schöpfung entstehe jedoch aus zufälligen Begegnungen vor Ort und aus persönlicher Erfahrung. Als Beispiel nannte er ein Werk aus einer Einzelausstellung, bei dem Schimmel während der Pflaumenregenzeit auf handgeschöpftem Xuan-Papier auf natürliche Weise ein Bild mit einer unerwarteten Ästhetik des Verfalls entstehen ließ. Damit verdeutlichte er, dass technische Werkzeuge weder die individuelle Praxis noch die Entfaltung der künstlerischen Eigenart ersetzen können.

 

 

Quelle: Shanghai Observer