Deutscher Optikriese erlebt Shanghais Tempo
Das deutsche Optikunternehmen Carl Zeiss, gegründet 1846, vollzieht 2026 einen bedeutenden Entwicklungssprung in China. Xie Lei, Chief Operating Officer von Carl Zeiss Greater China, schilderte kürzlich, wie das Unternehmen in Shanghai Fuß fasste und parallel zur Entwicklung der Pudong New Area drei Entwicklungssprünge vollzog.
Carl Zeiss ist seit mittlerweile 69 Jahren in China tätig. Xie Lei betont, dass der Erfolg des Unternehmens maßgeblich vom „Tempo Pudongs“ profitiert habe. In China laufe das Geschäft sieben Tage die Woche, rund um die Uhr – daher müsse auch der Kundenservice von Carl Zeiss jederzeit verfügbar sein.
Der erste Entwicklungssprung von Carl Zeiss in China erfolgte 1999, als das Unternehmen in der Freihandelszone Waigaoqiao in Pudong eine Handelsgesellschaft gründete und damit den Grundstein für seine Lokalisierungsstrategie in China legte. 2013 wurde die Freihandelszone Waigaoqiao zur Pilot-Freihandelszone Shanghai hochgestuft – Carl Zeiss vollzog daraufhin den zweiten Entwicklungssprung, richtete sein Greater-China-Hauptquartier ein und trat in eine Phase beschleunigten Wachstums ein.
2026 folgte der dritte Entwicklungssprung: Mit einer Investition von 1,2 Milliarden Yuan errichtete Carl Zeiss auf einem eigenen Grundstück in der Pilot-Freihandelszone einen Campus für sein Greater-China-Hauptquartier. Xie Lei bezeichnete diesen Schritt als Investition in die Zukunft des Unternehmens in China. Der neue Campus mit über 50.000 Quadratmetern Fläche soll voraussichtlich Anfang 2028 fertiggestellt werden. Die Bauzeit von weniger als zwei Jahren stellt erneut das „Tempo Pudongs“ unter Beweis.
Bei der Grundsteinlegung sagte Andreas Pecher, Präsident und CEO der Carl Zeiss Group, dies sei ein historischer Moment. Für ein multinationales Unternehmen wie Carl Zeiss sei eine weltweit führende Position ohne kontinuierliche Investitionen in den chinesischen Markt nicht denkbar.
Xie Lei, gebürtiger Shanghaier, erinnerte sich, dass in der Pudong New Area in seiner Kindheit so gut wie nichts stand. Heute sei man von Wolkenkratzern umgeben, was eine beeindruckende Veränderung sei. Carl Zeiss sei Zeuge des Reform- und Öffnungsprozesses Pudongs. In Zukunft wolle das Unternehmen ein offenes Innovationszentrum aufbauen, sich in Chinas Innovationsökosystem integrieren und die Forschungsstärke sowie die Talentbasis Chinas nutzen, um den dritten Entwicklungssprung noch weiter voranzutreiben.
Ein Beitrag von The Paper.