20 Jahre Balluff in China: Anteil lokaler Kunden steigt von 10 auf 90 Prozent
Im April 2026 blickt das deutsche Sensor- und Automatisierungstechnikunternehmen Balluff auf mehr als 20 Jahre Entwicklung in China zurück.
Thomas Sattes, Vizepräsident und Geschäftsführer der Region Asien-Pazifik bei Balluff, sagte in einem Interview, dass sich die chinesische Fertigungsindustrie von der Produktion billiger Güter hin zur Präzisionsfertigung gewandelt habe. Auch die Kundenstruktur von Balluff habe sich grundlegend verändert.
Balluff wurde 1921 als Fahrradreparaturwerkstatt gegründet und kam Anfang der 2000er Jahre nach China. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 3.700 Mitarbeiter, ist in 68 Ländern und Regionen tätig und erzielt einen Jahresumsatz von 510 Millionen Euro.
Laut Sattes bestanden die Kunden von Balluff in China vor etwa 15 Jahren zu etwa 80 bis 90 Prozent aus europäischen Unternehmen, die vor allem mit deutschen Autoherstellern wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW nach China kamen. Heute sind etwa 90 Prozent der Kunden in China lokale Unternehmen. In Bezug auf Wachstumsgeschwindigkeit, Größe und Anzahl hätten die chinesischen Kunden erheblich zugelegt. „Sie sind in den letzten Jahren gemeinsam mit uns ins Ausland gegangen“, so Sattes.
Was Sattes noch mehr berührt, ist das Begleiten und Miterleben des Wachstums der chinesischen Kunden. „Wir haben in China viele Kunden, mit denen wir seit fünf, zehn oder noch mehr Jahren zusammenarbeiten.“ Er erwähnte einen langjährigen Kunden, den er letzte Woche in Shenzhen besucht habe: „Sie hatten ursprünglich nur eine kleine Werkstatt gemietet und besitzen heute ein ganzes Gebäude mit über zehn Stockwerken.“
Um sich an die Veränderungen im chinesischen Markt anzupassen, investierte Balluff 2023 etwa 50 Millionen Yuan in die Erweiterung seines Werks in Chengdu. Die Produktionsfläche vergrößerte sich um 75 Prozent, die Produktion verdoppelte sich. Heute ist das Werk in Chengdu einer der drei globalen Produktionsstandorte von Balluff. Mehr als die Hälfte der in China verkauften Produkte wird lokal hergestellt. Thomas Sattes sagte: „Es heißt, dass die ‚deutsche Geschwindigkeit‘ den chinesischen Kunden nicht gerecht wird. Genau aus diesem Grund haben wir unsere lokale Präsenz verstärkt und sind rund um die Uhr für unsere Kunden da.“
Technologisch hat sich Balluff vom reinen Sensorverkauf hin zu industriellen Automatisierungslösungen entwickelt. Thomas Sattes beschrieb die heutige Positionierung des Unternehmens so: „Wir verkaufen nicht mehr nur Sensoren. Wir liefern Lösungen, die die gesamte Bandbreite der industriellen Automatisierung abdecken – von der untersten Sensorik über Signalübertragung und industrielle Netzwerke bis hin zu Verbindungstechniken.“ Das Unternehmen fördert seit 2009 die IO-Link-Technologie in China und verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung im Bereich industrieller RFID-Systeme.
Besonders begeistert Thomas der Bereich der Elektrofahrzeuge in China. Dort beliefert Balluff chinesische Automobilhersteller sowie Produzenten von Batterieproduktionsanlagen. „In den letzten fünf bis sechs Jahren hat China massiv in die Entwicklung von Elektroautos investiert“, so Sattes. „Dies ist zu einer neuen, von China getriebenen und global ausgerichteten Branche geworden, und wir sind mittendrin.“
China ist heute der zweitgrößte Markt von Balluff weltweit. „Es gibt kein zweites China“, sagte Thomas Sattes. Das China-Team des Unternehmens plant, das Land innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre zum größten Einzelmarkt von Balluff zu machen.
Ein Beitrag von China News Service.