Vom Tisch in Gassen bis zur Ping-Pong-Diplomatie: Shanghais hundertjährige Verbindung mit Tischtennis
Die Tradition des Tischtennissports wird in Shanghai seit hundert Jahren gepflegt. Als Geburtsstätte des chinesischen Tischtennissports hat diese Metropole den gesamten Prozess miterlebt, wie sich diese Sportart von einer städtischen Freizeitbeschäftigung zu einer Brücke für den internationalen Austausch entwickelt hat, was die enge Beziehung zwischen dem Nationalsport und der Stadtentwicklung widerspiegelt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangte der Tischtennissport von England nach Shanghai. Ein Schreibwarenladen in Shanghai führte im Jahr 1904 die Tischtennisgeräte ein und bewarb diese Sportart. Da sie wenig Platz und niedrige Hürden benötigt, wurde sie rasant verbreitet. 14 Jahre später wurde der Chinesische Tischtennisverband Shanghai gegründet, was die standardisierte Entwicklung dieser Sportart vorantrieb.
1924 fand die erste Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaft der Stadt statt, an der sich insgesamt 60 Mannschaften in 11 Kategorien beteiligten. In der Folge fanden zahlreiche Wettbewerbe statt, die Shanghai zu einem bedeutenden Zentrum des nationalen Tischtennissports machten. Der frühere Cheftrainer der chinesischen Damen-Nationalmannschaft, Shi Zhihao, sowie die Weltmeisterin Ni Xialian begannen ihre Karriere ebenfalls auf den Tischtennisplatten in Shanghais engen Gassen.
Staaten. [Foto: Shanghai Observer]
Im März 2018 wurde das International Table Tennis Federation Museum wie das China Table Tennis Museum am Ufer des Huangpu-Flusses im Shanghaier Stadtbezirk Huangpu eröffnet. Dieses Museum zog von Lausanne nach Shanghai, was auf Chinas Beiträge zum weltweiten Tischtennissport sowie die alte Kultur von Shanghai zurückzuführen ist. Mehr als 8.000 Exponate im Museum dokumentieren die tiefe Verbindung zwischen dieser Sportart und China. Jedes Jahr werden im Durchschnitt mehr als eine Million Besucher angezogen. Die Gedenkveranstaltung für die 50-jährige chinesisch-amerikanische Ping-Pong-Diplomatie wurde im Jahr 2021 in diesem Museum abgehalten. Dies führte die über den reinen Wettkampf hinausgehende diplomatische Bedeutung des Tischtennissports eindrucksvoll vor Augen.
Im Herbst 2021 wurde das China Table Tennis College in Shanghai gegründet - die erste Hochschule Chinas, die nach einer einzigen Sportart benannt ist. Sie spielt bei der Förderung dieser Sportart und der Verbreitung der chinesischen Kultur eine entscheidende Rolle. 2014 gründete die Hochschule ihre europäische Zweitstelle in Luxemburg und bietet seit über zehn Jahren Trainingsmöglichkeiten für viele Tausende Menschen.
Diplomatie im Jahr 2021. [Foto: Shanghai Observer]
2018 richtete die Hochschule ein Trainingszentrum in Papua-Neuguinea ein, das professionelle Trainingsstätten und Lehrkräfte bereitstellt. Die chinesischen Spitzentrainer wie Zhang Yining reisten persönlich dorthin, um Unterricht zu geben. Darüber hinaus lud die Hochschule Spieler aus Papua-Neuguinea zu Trainingsaufenthalten nach Shanghai ein und organisierte kulturelle Aktivitäten, um die Entwicklung des Tischtennissports in Papua-Neuguinea zu unterstützen. Dies führte dazu, dass 2019 erstmals ein Spieler aus Papua-Neuguinea die Silbermedaille im Herrendoppel bei den Pazifikspielen gewann, und 2023 errang die Mannschaft die Bronzemedaille im Herrenteamwettbewerb.
Von einer Freizeitbeschäftigung in den Gassen bis zum Nationalsport und dem Knotenpunkt für den internationalen Austausch: Die hundertjährige Tradition des Tischtennissports in Shanghai geht längst über den Sport selbst hinaus. Shanghai hat nicht nur das Fundament für die Entwicklung des Tischtennissports in China gelegt, sondern nutzt diesen Nationalsport auch als Brücke, um chinesische Weisheit zu vermitteln und ein neues Kapitel im Austausch zwischen China und dem Ausland zu schreiben.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.