Shanghai setzt Ziele für den Ausbau zum internationalen Handelszentrum bis 2030
Der 15. Fünfjahresplan von Shanghai (2026–2030) zur beschleunigten Entwicklung der Stadt zu einem internationalen Handelszentrum legt die wichtigsten Ziele und strategischen Prioritäten bis 2030 fest.
Die Stadt will ihre Position als globales Handelsdrehkreuz festigen, die Struktur und Qualität des Handels verbessern. Außerdem will sie ihre Rolle beim Management globaler Lieferketten und bei der Ressourcenallokation im Bereich der Rohstoffe stärken. Weitere Ziele sind, die Attraktivität Shanghais als internationales Konsumzentrum zu steigern und die wirtschaftliche Öffnung weiter voranzutreiben.
Zentrale Ziele bis 2030
Der Plan legt zehn Zielvorgaben in den Bereichen Handel, Konsum und Drehkreuzfunktionen fest:
Handel: Sicherung der Spitzenposition im globalen Ranking der Handels- und Hafenstädte; Erzielung eines kumulierten Warenimport- und -exportvolumens von mehr als 3 Billionen US-Dollar im Zeitraum 2026–2030; Steigerung des Import- und Exportvolumens im Dienstleistungshandel auf mehr als 300 Milliarden US-Dollar; Erhöhung des kumulierten Volumens des Offshore-Handels auf mindestens 500 Milliarden US-Dollar im Fünfjahreszeitraum.
Konsum: Anstreben eines durchschnittlichen jährlichen Wachstums des gesamten Einzelhandelsumsatzes mit Konsumgütern von rund 5 Prozent; Eröffnung von rund 900 hochkarätigen Erstgeschäften im Zeitraum 2026–2030; Steigerung der Umsätze im Rahmen des Programms zur Steuererstattung bei Ausreise auf rund 20 Milliarden Yuan (etwa 2,98 Milliarden US-Dollar).
Drehkreuzfunktionen: Erhöhung der Zahl der Handelsunternehmen für Massengüter mit einem Handelsvolumen von mindestens 100 Milliarden Yuan auf rund 15; Ansiedlung von mindestens 300 weiteren regionalen Hauptsitzen multinationaler Unternehmen; Ansiedlung von rund 200 weiteren ausländisch finanzierten F&E-Zentren im Fünfjahreszeitraum.
Stärkung der Rolle Shanghais als globales Handelsdrehkreuz
Shanghai wird sich auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:
Globale Lieferketten: Ansiedlung und Förderung von Zentren für das Management globaler Lieferketten sowie Ermutigung von Unternehmen, die in der Lage sind, nationale und internationale Lieferketten zu organisieren, entsprechende Zentren in Shanghai einzurichten. Zudem fördert die Stadt die digitale und intelligente Transformation des Lieferkettenmanagements.
Allokation von Rohstoffressourcen: Förderung und Ansiedlung von Handelsunternehmen für Massengüter, Erweiterung des Spektrums gehandelter Rohstoffe, Ausbau digitaler Anwendungen und Stärkung der internationalen Bedeutung der in Shanghai etablierten Preisbenchmarks für Rohstoffe. Weitere Futures- und Optionsprodukte sollen ausländischen Marktteilnehmern direkt zugänglich gemacht und zusätzliche auf Renminbi lautende Produkte für den internationalen Handel eingeführt werden.
Digitale Schifffahrts- und Handelsinfrastruktur: Nutzung des Shanghai-Knotens im nationalen Blockchain-Netzwerk Chinas zur Stärkung der digitalen Schifffahrts- und Handelsinfrastruktur und zur Modernisierung des China (Shanghai) International Trade Single Window. Die Stadt wird die Datenkoordination verbessern, die grenzüberschreitende gegenseitige Anerkennung elektronischer Dokumente fördern und digitale Verifizierungs- und Abwicklungsdienste für den Offshore-Handel ausbauen.
Förderung von Innovationen im Handel
Zu den zentralen Maßnahmen gehören:
Warenhandel: Ausweitung der Importe fortschrittlicher Technologien, wichtiger Ausrüstungen und Schlüsselkomponenten; Diversifizierung der Importe landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie von Energie- und Rohstoffprodukten; Erweiterung der Importkanäle für hochwertige Konsumgüter. Shanghai wird zudem die Exportwettbewerbsfähigkeit in Bereichen wie integrierten Schaltkreisen, künstlicher Intelligenz, Biomedizin und Fahrzeugen mit neuer Energie stärken sowie den Handel mit Zwischengütern ausweiten.
Dienstleistungshandel: Weitere Vertiefung von Pilotprojekten zur Öffnung in Dienstleistungssektoren wie Finanzen und Schifffahrt, Erleichterung der grenzüberschreitenden Mobilität natürlicher Personen, Vorantreiben der Umsetzung der Negativliste für den grenzüberschreitenden Dienstleistungshandel sowie Entwicklung neuer Modelle und Formen des Dienstleistungshandels.
Digitaler Handel: Förderung des Kultur-, Technologie- und Datenhandels; Stärkung des internationalen Bereichs der Shanghai Data Exchange; Entwicklung von Dienstleistungen zur Verarbeitung von Daten aus dem Ausland sowie Erleichterung grenzüberschreitender Datenströme.
Neue Handelsmodelle: Unterstützung des grenzüberschreitenden E-Commerce, Verbesserung der Dienstleistungen für Überseelager und der Logistikdienstleistungen, Entwicklung des Offshore-Handels sowie Förderung neuer Modelle des Handels unter Zollaufsicht und des grünen Handels.
Stärkung der Rolle Shanghais als internationales Konsumzentrum
Shanghai wird sich auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:
Marken und neue Erlebnisse: Ermutigung nationaler und internationaler Marken, neue Produkte einzuführen sowie Debütveranstaltungen und Ausstellungen in Shanghai zu veranstalten, Ausbau des Einflusses großer Shopping-Festivals sowie Entwicklung weiterer profilierter Geschäftsviertel und Nightlife-Cluster.
Events und Dienstleistungen: Anziehung weiterer hochkarätiger internationaler Sportveranstaltungen, bedeutender Konzerte, renommierter Musikfestivals, großer Kultur- und Museumsausstellungen sowie hochwertiger Theateraufführungen.
Konsum durch ausländische Besucher: Ausbau der Inbound-Serviceplattform „Easy Go“ und des KI-Assistenten „Hu Xiaoyou“, Förderung des mobilen Zugangs zu Diensten für die Steuererstattung bei Ausreise sowie Verbesserung mehrsprachiger Beschilderungen, der Akzeptanz im Ausland ausgestellter Bankkarten, des Fremdwährungsumtauschs und der Gepäckaufbewahrung.
Vorantreiben der Öffnung auf hohem Niveau
Shanghai wird sich auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:
Öffnungsplattformen: Weiterentwicklung der Pilot-Freihandelszone China (Shanghai) und wichtiger Plattformen, darunter die China International Import Expo (CIIE), das internationale zentrale Geschäftsviertel Shanghai Hongqiao, die Internationale Geschäftskooperationszone „Eastern Hub“ in Shanghai sowie die Pilotzone für die Seidenstraßen-E-Commerce-Zusammenarbeit.
Ausländische Investitionen: Lockerung der Marktzugangsbeschränkungen in wichtigen Dienstleistungssektoren nach Kategorien und Unterstützung ausländisch investierter Unternehmen bei lokalen F&E-Aktivitäten, technologischer Modernisierung, grüner und kohlenstoffarmer Transformation sowie Reinvestitionen innerhalb Chinas. Shanghai unterstützt Unternehmenszentralen dabei, höherwertige Funktionen zu übernehmen und sich zu Asien-Pazifik-Hauptsitzen oder globalen Zentralen für bestimmte Geschäftsbereiche weiterzuentwickeln. Gleichzeitig werden ausländische F&E-Zentren ermutigt, ihre F&E-Investitionen zu steigern und offene Innovationen voranzutreiben. Die Stadt gewährleistet zudem die Inländerbehandlung in Schlüsselbranchen, verbessert die Dienstleistungen für ausländisch investierte Unternehmen und schützt deren Rechte und Interessen.
Handelserleichterung: Optimierung von Zollabfertigungs- und Regulierungsmodellen, Förderung des multimodalen Transports und Verbesserung der Logistikeffizienz an Häfen und Flughäfen sowie entlang der internationalen Luft- und Seeverkehrsnetze.
Quellen: Shanghaier Volksregierung, VCG