Außengastronomie belebt Straßenszene in Shanghai

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Zwei Kundinnen genießen die Außensitzplätze im FTC+1-Café. [Foto: Shanghai Observer]

​Wer in Shanghai an der Nanjing-Straße vorbeikommt, könnte die gemütlichen Außensitzplätze vom Restaurant Gaga sehen. Mitten im Stadttrubel locken Tische mit Blumen und warmem Heizlicht Passanten zum Verweilen.

Diese Szenerie schafft nicht nur neue Dynamik für das Stadtleben, sondern gilt auch als ein greifbares Beispiel dafür, wie Shanghai auf neue Weise Handel und Stadtgovernance in Einklang bringt.

Shanghais Stadtbezirk Huangpu hat überarbeitete Vorschriften erlassen, die die Außengastronomie von Unternehmen betreffen und darauf abzielen, die Position des Bezirks als globales Wirtschaftszentrum zu stärken.

Zwei Jahre nach Start einer Pilotinitiative erfolgt nun die Ausweitung: Ausbau der Initiative sowie Präzisierung der Richtlinien zu Standort, Geschäftsart und notwendigen Einrichtungen durch die neueste Politik.

„Unsere Außensitzplätze sind nicht nur zusätzlicher Platz, sondern ein echter Magnet für Kunden“, sagte Tong Tianci, die Managerin der Gaga-Filiale im Raffles City. Internationale Touristen werden gezielt von der Außenatmosphäre angezogen, wie Tong hervorhob.

Laut Tong hat das Restaurant eine stabile Kundschaft bei rund 120 Yuan (ca. 17 US-Dollar) Durchschnittsausgabe. Sein Erfolg sei erst durch die Außensitzplätze möglich geworden.

Die überarbeiteten Vorschriften führen zwei bemerkenswerte Erweiterungen ein. Erstmals dürfen Restaurants ihre Außengastronomie nicht nur innerhalb der Gebäudegrenzen („der roten Linie“) einrichten, sondern erstreckt sich diese Erlaubnis auch auf gemeinschaftlich genutzte Flächen wie Dachterrassen. Darüber hinaus können nun einzelne Geschäftsinhaber direkt Genehmigungen beantragen. Damit folgt Shanghai seinem Ziel, sich als globales Wirtschaftszentrum zu stärken.

Ein besonders erfolgreiches Beispiel für die erweiterten Vorschriften ist das Café FTC+1 im FTC-Gebäude an der Jiujiang-Straße.

Im FTC-Gebäude, nämlich einem Zentrum für Inhaltsersteller, hat sich der Außenbereich des Erdgeschoss-Cafés zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt. Die ansprechende Gestaltung lockt nicht nur Besucher an, sondern dient auch häufig als Fotokulisse. Als Treffpunkt für Anwohner und Touristen belebt dieser Raum das Café und zieht mehr Gäste an.

Die aktualisierten Regeln schaffen feste Zeitbeschränkungen für den Außenbetrieb ab. Dadurch wird eine flexible Anpassung der Öffnungszeiten an die Nachfrage in den Abendstunden ermöglicht. Daher haben einige Läden in der Gegend ihre Öffnungszeiten jetzt bis Mitternacht verlängert.

Gleichzeitig erfolgt eine Vereinfachung des Antragsverfahrens, insbesondere für kleine, unabhängige Betriebe. Dies ermöglicht es kleineren Geschäften wie Blumenläden und Cafés, sich direkt an die örtlichen Behörden zu wenden.

Etablierte Kettenbetreiber können ebenfalls einheitliche Pläne für mehrere Standorte einreichen, was den bürokratischen Aufwand für Marken wie Starbucks und McDonald’s verringert.

„Mehr Flexibilität bedeutet jedoch auch mehr Verantwortung“, betonte Xu Zhijie, ein zuständiger Leiter des Verwaltungsamts des Bezirks Huangpu. „Das Ziel ist es, die Interessen von Unternehmen, Anwohnern und Passanten so auszugleichen, dass lebhafter Handel und Ordnung koexistieren können.“

Die Vorschriften untersagen die Behinderung von Gehwegen und übermäßigen Lärm, der Anwohner stören könnte. In historischen Vierteln müssen Außensitzplätze zum architektonischen Stil passen, sodass die Gastronomie das städtische Erbe ergänzt, statt es zu stören.

Zudem sieht das Regelwerk eine fortlaufende Evaluation vor, bei der die Behörden die Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt und Lebensqualität prüfen sowie Stellungnahmen von Anliegern und Anwohnern einholen.

 

 

Ein Beitrag von Shanghai Observer.