Wenn der „chinesische Frühling“ um die Welt reist

german.shanghai.gov.cn| 2026-02-23

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Das Jahr 2026 ist nach dem chinesischen Tierkreiszeichen das Jahr des Pferdes. Das diesjährige Frühlingsfest beginnt um 16. Feburar. [Foto von Doubao AI]

Sobald das Neujahr nach dem chinesischen Mondkalender anbricht, ist auf der ganzen Welt allmählich die Stimmung des Frühlingsfests zu spüren. Das Frühlingsfest, ein uraltes Fest mit Ursprung in China, wird heute von immer mehr Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft wertgeschätzt. Es verbindet Menschen über Grenzen hinweg und wird zu einem emotionalen Band, das man gemeinsam feiern und teilen kann.

„Das Frühlingsfest ist ein aufrichtiges, gütiges Fest“

„Die Löwentanz habe ich als Kind gelernt.“ Einige Wochen vor dem chinesischen Neujahr probte ein Junge aus Mauritius mit seinen Löwentänzern bereits intensiv.

Mauritius war das erste afrikanische Land, das das Frühlingsfest zum offiziellen Feiertag erklärte. Die festlichen Umzüge mit geschmückten Wagen sind inzwischen Teil des „kollektiven Gedächtnisses“ aller Bevölkerungsgruppen des Inselstaats. Der Junge erzählte: „Dann sind die Straßen voller Festtagsfreude, viele Familien schmücken ihre Häuser mit Glückszeichen und Papierschnitten, um die festliche Atmosphäre zu unterstreichen.“

Für ihn ist das Frühlingsfest ein „sehr aufrichtiges, sehr gütiges“ Fest. Auf vielfältige Weise wünschten sich die Menschen einander mit ganzem Herzen Freude und Glück. Diese Herzlichkeit wirke ansteckend und bringe Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. „Deshalb brauchen wir solche Feste auch, denn sie fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so er.

Dem kann der in China studierte Deutsche Stefan nur zustimmen. Für ihn ist das Frühlingsfest wie eine lebendige Lektion in Sachen Kultur: Es vereine chinesische Musik, Küche, Handwerkskunst und eine tiefe Menschlichkeit und führe die vielfältigen kulturellen Traditionen des Landes zusammen.

„Wenn du China verstehen willst, musst du unbedingt einmal zum Frühlingsfest hinfahren“, sagte Stefan. In Europa seien die Grenzen im sozialen Miteinander vielleicht klarer gezogen. In der Atmosphäre des chinesischen Frühlingsfestes dagegen falle es schwer, „cool“ zu bleiben. Die Herzlichkeit ringsum öffne einen unwillkürlich für die zwischenmenschliche Wärme. „Man spürt unmittelbar den Optimismus und die Freundlichkeit der Chinesen. Selbst als Ausländer fühlt man sich angenommen und willkommen, das ist ein wirklich besonderes Gefühl.“

„Fast nebenbei habe ich viel über Pferde erfahren“

Doch wie kann diese östliche Herzlichkeit tatsächlich in den Alltag der Menschen weltweit einziehen? Das Projekt „Happy Chinese New Year“, das vom chinesischen Ministerium für Kultur und Tourismus seit über 20 Jahren als Marke für internationalen Kulturaustausch aufgebaut wurde, hat einen Weg gewählt, der sich den lokalen Gegebenheiten anpasst: Die Geschichten des Frühlingsfestes werden in vertrauten Formen der jeweiligen Länder erzählt.

Für die in Neuseeland lebende Überseechinesin Frau Zhang sind die „Happy Chinese New Year“-Aktivitäten ein fester Termin, um ihr Heimweh zu lindern. Sie hat den Eindruck, dass die Marke vor Ort zunehmend an Einfluss gewinnt. „Das Frühlingsfest-Karneval am Takapuna Beach zum Beispiel verbindet unsere traditionelle chinesische Kultur mit westlichen Strandpartys, das ist richtig ‚cool‘ geworden.“

Sie beobachtete, dass Strandkonzerte, die Möglichkeit, traditionelle Kleidung anzuprobieren, und Essensstände vor allem bei der jungen Bevölkerung gut ankommen. Viele hätten dadurch Interesse an der chinesischen Kultur entwickelt und sich beim chinesischen Kulturzentrum in Auckland nach Kursen erkundigt.

Noch systematischer zeigte sich dieser Ansatz lokaler Verankerung bei den bevorstehenden „Happy Chinese New Year“-Aktivitäten 2026 in Spanien. Wie die Verantwortlichen des chinesischen Kulturzentrums in Madrid mitteilten, wird das Zentrum eng mit lokalen Behörden und Kultureinrichtungen zusammenarbeiten, um die Elemente des Frühlingsfestes während der zweimonatigen Veranstaltungsreihe ganz selbstverständlich in das städtische Leben Madrids einfließen zu lassen.

Musik ist dabei die direkteste Sprache. Am 8. Februar wurden das Shanghai Chinese Orchestra und das Philharmonische Orchester Madrid im Nationalen Musiktheater Spaniens gemeinsam auftreten und mit ihren Klängen eine „Symphonie des chinesisch-spanischen Dialogs“ erschaffen.

Die Verflechtung erstreckte sich auch auf den öffentlichen Raum. Die Löwentanzgruppe aus der südchinesischen Provinz Guangdong wird sich am farbenfrohen Karnevalsumzug im Madrider Chinesenviertel beteiligen. Ihr rhythmischer, kraftvoller Stil harmonierte auf natürliche Weise mit der temperamentvollen Straßenkultur Spaniens. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit der spanischen Post und der Blindenorganisation herausgegebene Briefmarken und Lose zum Frühlingsfest die festlichen Grüße ganz selbstverständlich in die alltäglichen öffentlichen Dienstleistungen des Landes einweben.

In Mexiko-Stadt wiederum fand bereits zum achten Mal der „Wettbewerb der chinesischen Tierkreiszeichen-Skulpturen“ statt. Der junge Mexikaner Daniel (der Name wurde vom chinesischen Ausgangstext übersetzt) möchte sich diesmal anmelden. „Ich suche gerade nach Inspiration in der klassischen chinesischen Dichtung!“, erzählt er voller Begeisterung.

Der Wettbewerb verbindet jedes Jahr die chinesische Tierkreiskultur mit dem Umweltbewusstsein Mexiko-Stadts und ermöglicht es den Teilnehmenden, beim künstlerischen Schaffen ganz selbstverständlich mehr über das Frühlingsfest zu erfahren. „Während ich an meiner Skulptur gearbeitet habe, habe ich fast nebenbei eine Menge über die Geschichten rund um das Pferd in der chinesischen Kultur gelernt.“

Eine weltweite Verabredung zum Frühlingsfest

Die Saat der Frühlingsfestkultur, die in aller Welt ausgebracht wird, lässt nun eine touristische Reisewelle nach China aufblühen. Das traditionelle Fest wird zu einem Fenster, durch das ausländische Touristen die gegenwärtige Dynamik Chinas wahrnehmen können. Immer mehr Besucher aus dem Ausland entscheiden sich dafür, während der Feiertage nach China zu reisen, um diese festliche Stimmung persönlich zu erleben.

Daten einiger Reiseplattformen zeigen, dass die Buchungen für Einreisen nach China während der Frühlingsfesttage 2026 stark gestiegen sind. Beliebte Städte wie Shanghai, Beijing, Guangzhou und Chengdu führen weiterhin die Liste an, aber auch Orte wie Changsha und Harbin, die eine Mischung aus kulinarischen Erlebnissen, landschaftlicher Schönheit und Neujahrstraditionen bieten, ziehen erfolgreich ausländische Gäste an.

Auch die geografische Herkunft der Gäste wird vielfältiger. Neben einer anhaltend hohen Nachfrage aus den Nachbarländern wie Malaysia, Singapur, Südkorea und Japan verzeichnen die entsprechenden Regionen dank der Lockerung der Visumpolitik einen sprunghaften Anstieg der Buchungen für Einreisen nach China. Besonders auffällig ist der deutliche Zuwachs an Besuchern aus weiter entfernten Ländern wie Großbritannien, Spanien und Argentinien.

„Changsha ist die erste Station unserer Frühlingsfest-Reise“, erzählte eine thailändische Reisende, die fast drei Monate für ihre Tour geplant habe. „Ich möchte ein lebhaftes chinesisches Neujahr erleben, das berühmte Essen in Changsha probieren und dann weiter nach Zhangjiajie und Guilin, um die Landschaft und Kultur zu genießen.“

Angetrieben von der Entwicklung des chinesischen Einreisetourismus und der globalen Vermarktung des Frühlingsfestes, sei dieses nicht nur ein emotionales Band für Chinesen weltweit, sondern werde zunehmend zu einem wichtigen Vehikel für gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten im globalen Tourismussektor.

„Dong-dong-qiang …“ Der Rhythmus der Trommeln setzt ein, und die Löwentänzer springen im Takt dazu. Mit jedem Tanzschritt, mit jedem Festumzug zieht das Frühlingsfest in die verschiedenen Winkel der Erde ein und wird Teil eines globalen Rhythmus, also ein Teil einer fortlaufenden, nie endenden globalen Geschichte.