Chinesische und deutsche Designexperten tagen in Shanghai zum nachhaltigen Bauen
Kürzlich fand in Shanghai das deutsche Forum für ikonisches Design (German Iconic Design Forum) unter dem Motto „Nachhaltiges Bauen neu gestalten“ statt. Veranstalter war der Rat für Formgebung (German Design Council). Im Rahmen der Konferenz kamen chinesische und deutsche Experten aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur und Design zusammen.
Uwe Koch, Leiter des Kultur- und Wissenschaftsreferats am Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai, betonte in seiner Rede, dass die deutsche Regierung großen Wert auf die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen beider Länder lege. Er hoffe, dass beide Seiten ihre Stärken im Bereich grüner Technologien gegenseitig ergänzen würden. Yang Dongsheng, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für die Förderung des internationalen Handels der Stadt Shanghai (CCPIT Shanghai) und Vorsitzender der Internationalen Handelskammer Shanghai, erklärte, dass Shanghai aktiv eine engere Partnerschaft mit Deutschland anstrebe, um die grüne Transformation der Industrie voranzutreiben.
Akademiemitglied Prof. Dr.-Ing. Wu Siegfried Zhiqiang von der Tongji-Universität zeigte in seinem Vortrag, wie sich Künstliche Intelligenz und menschliche Fürsorge in der Stadtplanung verbinden lassen. Professor Wu Wei vom Architekturbüro gmp berichtete über praktische Erfahrungen mit kohlenstoffarmen Gebäuden in China und Deutschland. Frau Zhao Ying vom Tongji Architectural Design Institute stellte ihre Forschung zu grünen Forschungsbauten unter den schwierigen klimatischen Bedingungen auf Hainan vor. Tilman Thürmer, stellvertretender Direktor des Shanghai Glasmuseums, zeigte, wie ein ehemaliges Industriegebiet im Bezirk Baoshan in eine grüne Kulturlandschaft umgewandelt wurde, die heute ein beliebtes Ziel für die naturwissenschaftliche Bildung von Kindern in Shanghai ist. Dr. Immanuel Koh von der Singapore University of Technology and Design präsentierte neue Ansätze zur Wiedernutzung von Wohngebäuden mithilfe von Künstlicher Intelligenz.
In der Podiumsdiskussion waren sich die Experten aus China und Deutschland einig, dass die deutschen Stärken in der Systemintegration und der detailgenauen Planung gut mit der chinesischen Innovationskraft und Technologieoffenheit harmonieren würden. Der Schwerpunkt des nachhaltigen Bauens werde künftig nicht nur auf Neubauten liegen, sondern vor allem auf der Sanierung und Wiedernutzung bestehender Gebäude. Dies schone Ressourcen und bewahre zugleich die städtische Identität.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.