Max-Planck-Präsident ermutigt nächste Generation zur Beteiligung an wissenschaftlicher Forschung und fordert stärkere internationale Zusammenarbeit
Molekularbiologe,besucht am 15. April 2026 das Shanghai Science and Technology Museum und
hält dabei eine Rede. [Foto: Shanghai Observer]
Patrick Cramer, Präsident der deutschen Max-Planck-Gesellschaft und renommierter Molekularbiologe, besuchte am 15. April das Shanghai Science and Technology Museum. Im Rahmen der Veranstaltung „Hitech Space Station“, die auf Nachwuchsförderung im Bereich Wissenschaft und Forschung abzielt, führte er Gespräche mit mehr als 200 Schülern.
Cramer erläuterte zuerst die Geschichte und Tradition der Max-Planck-Gesellschaft. Er sagte, dass die Gesellschaft nach dem deutschen Physiker und Begründer der Quantentheorie, Max Planck, benannt sei, gerade weil Planck gewagt habe, die klassische Newtonsche Physik infrage zu stellen.
„Wissenschaft ist ein offener Prozess. Wenn jemand bessere Experimente und Theorien vorlegt, kann sich das bisherige Wissen verändern. Genau das ist der Reiz der Wissenschaft – man kann der Erste sein, der etwas Neues sieht“, erklärte Cramer.
Auf die Frage des deutschen Wissenschaftlers, warum es Wissenschaft brauche, antwortete ein Kind: „Weil sie die Grundlage ist, um das Universum und alles um uns herum zu verstehen.“ Cramer pflichtete dem bei, fügte jedoch hinzu, dass er selbst als Jugendlicher nicht aus praktischen Gründen mit Experimenten begonnen habe, sondern aus purer Neugier.
„Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Wir betreiben Wissenschaft nicht wegen Technologie oder Reichtum, sondern weil wir verstehen wollen, wie diese Welt funktioniert.“ Er ermutigte die junge Generation, diese Neugier zu bewahren: „Wenn wir es schaffen, beim Erwachsenwerden nicht die Neugier zu verlieren, können wir gute Wissenschaftler werden.“
Zudem betonte Cramer die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit für die wissenschaftliche Forschung. Seit seinem Amtsantritt hat er 84 Institute der Max-Planck-Gesellschaft besucht. Die Wissenschaftler und Forscher stammen aus verschiedenen Ländern und Regionen. Am Beispiel der chinesisch-deutschen Astronomie-Kooperation zeigte er, dass das kleine, flexible deutsche Radioteleskop und das chinesische „FAST“-Teleskop (Five-hundred-meter Aperture Spherical Radio Telescope) gemeinsam bessere wissenschaftliche Ergebnisse erzielen könnten.
Auf die Frage eines Schülers, wie die Wissenschaft von morgen aussehen werde, antwortete Cramer: „Die Antwort ist ganz einfach – sie hängt von euch ab. Wie ihr Wissenschaft betreibt, so wird die Wissenschaft von morgen aussehen.“ Er ermutigte die jungen Leute, Chancen zu ergreifen und sich nicht zu früh festzulegen, denn „alles ist es wert, erforscht zu werden“.
Abschließend blickte Cramer auf die 52-jährige Kooperationsgeschichte zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zurück. Die Gesellschaft wolle die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit asiatischen Ländern, insbesondere mit China, weiter ausbauen. „Das Leben entspringt der Neugier, aber auch der Zusammenarbeit. Bleiben wir neugierig und erforschen wir gemeinsam“, sagte Cramer.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.