Rennfahrerin Alisha Palmowski: Frauen gehören an die Rennstrecke

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Alisha Palmowski, Nachwuchsfahrerin im Red-Bull-Academy-Programm, hat im Rahmen eines Besuchs an der Tongji-Universität (Tongji University) in Shanghai über ihre Karriere und die wachsende Rolle von Frauen im Motorsport gesprochen.

Vor Studierenden des Fachbereichs Automobil- und Energietechnik erzählte die 19-Jährige, dass sie als Kind nie daran geglaubt habe, selbst Rennfahrerin werden zu können. „Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, lief im Fernsehen immer die Formel 1. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages selbst im Rennwagen sitzen würde – weil in diesem Sport fast keine Frauen zu sehen waren“, sagte sie.

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Das Pressefoto zeigt Alisha Palmowski. [Foto: Chinanews]

​Ihren bislang größten Erfolg feierte Palmowski im vergangenen Jahr ausgerechnet in Shanghai. Beim Reverse-Grid-Rennen auf der Internationalen Rennstrecke in Shanghai gelang ihr bei ihrem Debüt ein Sieg – ein Moment, den sie als Höhepunkt ihrer Karriere bezeichnet. „Es war einer meiner seltenen Einsätze außerhalb Großbritanniens. Der Sieg hat nicht nur anderen gezeigt, sondern mir auch selbst bewiesen, dass ich hierhergehöre.“ In diesem Jahr startet sie erneut für Red Bull Racing in der F1 Academy.

Auf die Frage, ob Mädchen Rennfahrerinnen werden könnten, antwortete Palmowski klar: „Natürlich. Frauen sitzen längst am Steuer – und es gibt immer mehr von uns.“ Sie verwies auf die F1 Academy und die zunehmende Sichtbarkeit von Fahrerinnen, Ingenieurinnen und Mechanikerinnen. „Ich hoffe, dass die nächste Generation, wenn sie den Fernseher einschaltet, überall Frauen in dieser Branche sieht.“

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Das Foto zeigt Alisha Palmowski im Renneinsatz. [Foto: Chinanews]

​Die körperlichen Anforderungen im Rennsport sind enorm, wie sie erläuterte. Formel-1-Fahrer müssten in Kurven G-Kräften vom Fünf- bis Sechsfachen ihres Körpergewichts standhalten – die Belastung konzentriere sich dabei vor allem auf den Nacken. Auch sie selbst trainiere diesen Bereich intensiv, obwohl sie in der F1 Academy fährt. Hinzu kämen ein Lenkrad ohne Servounterstützung und ein Bremspedal, das mehr als 60 Kilogramm Druck erfordere.

Auf die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Fahrern angesprochen, sagte Palmowski, dass vor allem die Denkweise variiere. „Frauen können oft mehrere Informationen gleichzeitig verarbeiten und die Rennstrategie über mehrere Runden planen, während ihre männlichen Kollegen sich bisweilen eher auf die nächste Kurve konzentrieren.“ Dies sei zwar keine verallgemeinerbare Regel, aber ein interessanter Unterschied.

Für junge Frauen, die im Motorsport durchstarten wollen, hat sie einen klaren Rat: hart arbeiten, neugierig bleiben und Netzwerke knüpfen. „Wissen ist Macht. Je mehr ihr lernt, desto stärker werdet ihr. Traut euch, neue Dinge auszuprobieren – manchmal entdeckt man so Leidenschaften, die man vorher nie für möglich gehalten hätte.“

 

 

Ein Beitrag von Chinanews.