10. Internationales Poesiefestival in Shanghai erörtert Schreibstil im KI-Zeitalter

Ein Plakat für das 10. Internationale Poesiefestival in Shanghai. [Foto: Shanghai Observer]
Das 10. Internationale Poesiefestival in Shanghai öffnet am 6. Dezember ihre Pforten. Unter dem Motto „Poesie im KI-Zeitalter“ erörtert das diesjährige Festival den Arbeitsstil der Dichter im AIGC-Zeitalter.
Als Shanghais einziges großes internationales Forum für poetischen und literarischen Schaffensaustausch zieht das jährliche Festival mit seinem vielschichtigen Konzept und vielseitigen Formaten regelmäßig Dichter und Literaturbegeisterte aus dem In- und Ausland an. Es fördert im weitgespannten Rahmen globalen zivilisatorischen Dialogs den intensiven Ideenaustausch.
Zu den eingeladenen internationalen Gästen zählen in diesem Jahr unter anderem der deutsche Lyriker Matthias Politycki, die französische Dichterin Sonia Bressler und die spanische Autorin Elisa Rueda.
Auf dem Programm stehen Lesungen, Diskussionsrunden und literaturwissenschaftliche Foren, die auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich sind und zur Teilnahme einladen.
Aus der Perspektive der Literaturgeschichte stellt die KI nach Ansicht der Veranstalter sowohl eine neue Herausforderung als auch eine Chance für die Entwicklung der Dichtkunst dar. Die Verbreitung KI-gestützter Technologien zwingt Poeten dazu, das Wesen und den Wert von Poesie neu zu bedenken – ebenso wie die Komplexität menschlicher Natur, die Weite menschlichen Fühlens sowie die Einzigartigkeit und Unersetzlichkeit authentischer Emotion.
Kritiker betonten, der Arbeitsweise der Dichter im KI-Zeitalter liege im Bewahren der menschlichen Subjektivität des Schöpfungsakts, in der scharfen Wahrnehmung des Lebens und im Ausdruck individueller Empfindungen. Dichter sollten ihre eigenen emotionalen Erfahrungen und gedanklichen Tiefen nutzen, um der Poesie Seele einzuhauchen.
So werde das Gedicht mehr sein als eine Aneinanderreihung von Worten – es werde zum Seelenton, zum Widerhall des Zeitgeists. An der Schnittstelle von Technologie und Leben bewahre die Poesie so eine nicht vollständig modellierbare Komplexität und Geheimnishaftigkeit, die es der Zivilisation erlaubt, auch im rasenden Wandel den eigenen Herzschlag zu vernehmen.
Ein Beitrag des Shanghai Observer.