Auto Shanghai zeigt technologische Transformation der globalen Automobilindustrie
Die 21. Internationale Ausstellung für Automobilindustrie in Shanghai, auch bekannt als Auto Shanghai 2025, öffnete am Freitag ihre Tore für Fachbesucher [Foto: Shanghai Observer]
Die 21. Internationale Ausstellung für Automobilindustrie in Shanghai, auch bekannt als Auto Shanghai 2025, öffnete am Freitag ihre Tore für Fachbesucher. Während über 100 Neuheiten weltweiter Automarken im Rampenlicht stehen, zieht ein weniger spektakulärer, aber zukunftsweisender Ausstellungsbereich die Aufmerksamkeit von Branchenexperten auf sich: der Ausstellungsbereich für Technologie- und Lieferkettenunternehmen, der mit Spitzentechnologien der Fahrzeuge Besuchermassen anlockt.
Die diesjährige Ausstellung verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei der Teilnahme von Technologieunternehmen und Zulieferern. Die Ausstellungsfläche erreichte mit 100.000 Quadratmetern einen Rekordwert, darunter fast 50 erstmals vertretene internationale Technologie-, Halbleiter- und Chipunternehmen. Beobachter betonen, dass die Integration von KI, Big Data und anderen Spitzentechnologien in die Fahrzeugentwicklung die Branche neu definiert – ein klares Signal für die beschleunigte Verschmelzung von Automobil- und Digitalindustrie.
Vom Hintergrund ins Rampenlicht
Wie es berichtet wurde, präsentierten führende Unternehmen der Bereiche Batterietechnologie, autonomes Fahren, Automobilchips und intelligente Cockpits nahezu flächendeckend Weltneuheiten. Seit der 19. Ausstellung widmet sich ein eigenes Hallensegment explizit Technologie und Lieferketten. Während Zulieferer früher kaum auf Ausstellungen vertreten waren, da sie nicht direkt mit Endkunden interagierten, drängen sie nun aktiv in den Fokus. Der Grund: Angesichts rasanter Innovationen und verschärften Wettbewerbs setzen immer mehr Unternehmen auf Sichtbarkeit und lokale Partnerschaften, um im dynamischen Marktumfeld zu bestehen.
Symbiose der Wertschöpfungskette
Spitzentechnologie wird auf der Auto Shanghai 2025 präsentiert [Foto: Shanghai Observer]
Die Ausstellung verdeutlicht Chinas wachsende Rolle als Ökosystem-Motor der globalen Automobilindustrie. Die Grenzen zwischen traditionellem Maschinenbau, neuen Materialien und digitalen Technologien verschwimmen zusehends, während die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette intensiver wird. Chinas robuste Produktionskapazitäten haben in den vergangenen Jahren internationale Versorgungslücken geschlossen, was ausländische Konzerne zunehmend kooperationsbereit macht.
Unter dem Motte „In China für die Welt“ vollzieht die heimische Automobilindustrie einen bemerkenswerten Wandel: Vom Nachahmer zum Innovator, insbesondere im Bereich der Neuen Energie-Fahrzeuge (New Energy Vehicle, NEV). Unternehmen wie SAIC, Chery und BYD erschließen mit Hochdruck internationale Märkte. Laut Daten des Chinesischen Verbandes für Automobilindustrie stieg der chinesische Autoexport 2024 um 19 Prozent auf 5,86 Millionen Einheiten – damit übertrifft China Japan (4,21 Millionen) bereits im zweiten Jahr in Folge. Experten führen dies nicht nur auf globale Markttrends, sondern vor allem auf innere Innovationskraft zurück: Chinas NEV-Technologien und intelligente Fahrzeugsysteme genießen international wachsende Anerkennung.
Anerkennung von Global Players
Stefan Krug, CEO und COO des deutschen Automobilzulieferers Brose, der mit Tür-, Heckklappen- und Sitzsystemen in jedem dritten Neuwagen weltweit vertreten ist, äußerte sich nach seinem zweiten Shanghai-Besuch in diesem Jahr beeindruckt: „Die Veränderungen sind greifbar. Vor Jahren dominierten Benzinmotoren die Hallen, während es heute E-Autos und livestreamende Influencer sind.“
Trotz des harten Wettbewerbs sieht Krug Chancen: „Wer in China nicht besteht, kann global kaum erfolgreich sein.“ Brose, das mit 68 Standorten in 24 Ländern und einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 weltweit agiert, positioniert sich gezielt als Partner chinesischer Hersteller. „Der Schritt chinesischer Marken in globale Produktionsnetzwerke ist nur eine Frage der Zeit. Unser Ziel ist es, ihnen und weiteren globalen Kunden Produkte sowie Lösungen zu bieten“, so Krug.
Die Auto Shanghai, bislang eine Bühne für glänzende Karosserien, offenbart somit einen tiefgreifenden Wandel: Nicht das Auto an sich, sondern seine „Intelligenz“ und die Vernetzung seiner Schöpfer prägen die Zukunft der Mobilität – In China, für die Welt.
Quelle: Shanghai Observer, zusammengestellt mit Änderungen