SCO-Zentrum für Gesundheitskooperation eröffnet

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[Foto von VCG]

​Im Ruijin-Krankenhaus in Shanghai wurde am Freitag das Kooperationszentrum für Stoffwechselkrankheiten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Shanghai Cooperation Organisation, SCO) offiziell eröffnet. Es hat zum Ziel, die Gesundheitspartnerschaften zwischen den Mitgliedern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und das Wohlergehen der Bevölkerung zu verbessern.

Stoffwechselkrankheiten können jeden betreffen. Dazu zählen Diabetes, Fettleibigkeit (Adipositas) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie sind auch eng mit Tumoren verbunden und stellen einen bedeutenden Risikofaktor dar, der den Alterungsprozess beschleunigt. Experten warnen: Stoffwechselkrankheiten sind in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit eine noch größere Bedrohung. Die Diabetesrate liegt dort weit über dem globalen Durchschnitt und steigt rasant an.

„Stoffwechselkrankheiten und ihre Komplikationen sind zur Hauptursache für Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit geworden und machen über 70 Prozent aller Todesfälle aus“, sagte Ning Guang, Präsident des Ruijin-Krankenhauses, bei der Eröffnungszeremonie. „Sie sind zu einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert geworden.“

Das Zentrum, das im November vom chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang vorgeschlagen wurde, stieß bei den SCO-Mitgliedstaaten, -Beobachterstaaten und -Dialogpartnern auf breite Unterstützung. Das Zentrum soll eine multifunktionale Plattform sein: Es bündelt internationale medizinische Dienstleistungen, die Ausbildung von Fachkräften, strategische Gesundheitsforschung sowie technologische Kooperationen in Biomedizin und Medizintechnik.

Der Schwerpunkt des Zentrums liegt auf der Förderung der regionalen Koordination, dem Erfahrungsaustausch, der technologischen Modernisierung und der Innovation von Steuerungsmechanismen. Es wird Aufgaben wie medizinische Hilfe, medizinische Ausbildung, Technologietransfer und industriellen Austausch übernehmen. Innerhalb von drei Jahren sollen im Rahmen des Zentrums 2.000 Experten für die Prävention und Kontrolle von Stoffwechselkrankheiten für die Organisation ausgebildet, der Austausch von 500 Medizintechnologien in der Region ermöglicht und ein Forum zur weiteren Förderung des Austauschs und der gesundheitlichen Zusammenarbeit in der Organisation ins Leben gerufen werden.

„Unsere Kernvision ist es, innerhalb der SCO einen Konsens über die Behandlung, Prävention, Kontrolle und Steuerung von Stoffwechselkrankheiten zu fördern und eine widerstandsfähige, allen zugutekommende und inklusive SCO-Gesundheitsgemeinschaft im Bereich Stoffwechselgesundheiten aufzubauen“, sagte Ning.

Unterschiedliche Ausgangslagen

Er wies auf die große Vielfalt der SCO-Mitgliedstaaten hin: Menschen aus verschiedenen Regionen unterscheiden sich in Genetik, Kulturhintergrund, Ernährung, Einkommen und Krankheitsanfälligkeit. Diese Vielfalt, so erklärte er, erschwere eine wirksame Steuerung von Stoffwechselkrankheiten erheblich. Ermutigend sei jedoch, dass viele Staaten bei der Erforschung der Prävention und Kontrolle von Stoffwechselkrankheiten reiche lokale Erfahrungen und Praktiken gesammelt hätten.

In China startete das Ruijin-Krankenhaus 2016 sein Programm für nationale Stoffwechselmanagement-Zentren. Das Programm umfasst 492 Standardarbeitsanweisungen und 72 Kerntechnologien. Damit wurde ein umfassendes und standardisiertes Betriebs- und Qualitätskontrollsystem etabliert, das allen Patienten unabhängig von ihrem Wohnort eine gleichbleibend hohe medizinische Versorgung sichert.

Bis heute umfasst das Programm 2.068 Krankenhäuser in ganz China und betreut etwa 3,5 Millionen Diabetes-Patienten, womit es das weltweit größte Diabetes-Managementsystem ist.

Nurlan Yermekbayev, Generalsekretär der SCO, würdigte die Eröffnung des neuen Kooperationszentrums für Stoffwechselkrankheiten in hohen Tönen und ermutigte zur Einrichtung weiterer derartiger Zentren, um die Zusammenarbeit zu fördern.

„Die SCO-Mitgliedstaaten verstärken ihre Gesundheitszusammenarbeit seit 2011. Die Gründung des Zentrums ist ein weiterer solider Schritt vorwärts in diesem Bereich. Wir erwarten, dass China und alle unsere Mitgliedstaaten die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren weiter vertiefen und stärken werden“, so Yermekbayev.

Die SCO ist eine ständige zwischenstaatliche internationale Organisation, die 2001 in Shanghai von China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan gegründet wurde. Die Organisation, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, hat ihre Mitgliedstaaten von sechs auf zehn erweitert. Dazu kommen zwei Beobachterstaaten und 15 Dialogpartner.

 

 

Ein Beitrag von China Daily.