Deutscher Gemmologe errichtet „Edelstein-Genbank“ in China

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Der deutsche Edelsteinforscher Dietmar Schwarz hat seine über ein ganzes Leben hinweg aufgebaute Datensammlung nach Shanghai an das Ufer des Huangpu gebracht.

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Dietmar Schwarz steht vor dem Zmpery Gemology Lab.
[Foto: Medienzentrum des Bezirks Huangpu]

​1981 wurde Schwarz an der Universität Mainz promoviert. Anschließend trat er in das renommierte Gübelin Gem Lab in der Schweiz ein, wo er 21 Jahre lang tätig war. Dieses Labor gilt als die „Endstation“ für die weltweit edelsten Steine, und nun hat es ihn schließlich nach Shanghai geführt: „China ist ein Markt voller Herausforderungen, aber vor allem ist es die Zukunft des Edelsteinmarktes.“

2022 trat Schwarz im Alter von 70 Jahren dem chinesischen Edelsteinlabor Zmpery Gemology Lab bei und begann, ein unabhängiges internationales Labor aufzubauen. Über vierzig Jahre hinweg sammelte Schwarz auf seinen Reisen rund um den Globus unzählige Proben, die er nun für den Aufbau einer Datenbank nutzt.

Jedes einzelne Exemplar wird dabei mithilfe von Mikroskopie und modernsten Großgeräten analysiert, um die Herkunft, Zusammensetzung und Einschlüsse präzise zu dokumentieren.

Heute bildet diese Datenbank die Grundlage für die Arbeit des Zmpery Gemology Lab. Von jeder Fundstelle liegen Hunderte von Proben vor. Manche Minen sind inzwischen sogar erschöpft. Die Sammlung ist zu einem einzigartigen und nicht erneuerbaren Edelsteinarchiv geworden. „Kein anderes Labor der Welt besitzt eine so umfangreiche Spinell-Kollektion“, sagt Schwarz mit einem Anflug von Stolz.

Für Schwarz gleicht ein modernes gemmologisches Labor einem Dreibein: Das erste Bein sind die Instrumente, das zweite Bein sind die Fachleute, und das dritte Bein ist das Fachwissen. „Und heute ist dieses Fachwissen zunehmend auf Künstliche Intelligenz angewiesen.“

Was braucht Künstliche Intelligenz? Riesige Mengen an hochwertigen Daten. Genau darin liegt der Wert seiner Datenbank. „Früher basierte die Datenauswertung auf der persönlichen Erfahrung des Gemmologen. In Zukunft wird die Datenmenge so groß sein, dass ein Einzelner sie nicht mehr bewältigen kann. Künstliche Intelligenz kann gleichzeitig riesige Datenmengen verarbeiten und zu präziseren Schlussfolgerungen gelangen.“

Doch, so betont er, die Künstliche Intelligenz werde den Gemmologen nicht ersetzen. „Der Ablauf bleibt derselbe – wir sammeln nach wie vor alle Daten, und es ist immer noch der Mensch, der die Bewertung vornimmt. Nur das Werkzeug ist leistungsfähiger geworden.“

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Schwarz erläutert die Edelsteine in einem Vortrag. [Foto: Medienzentrum des Bezirks Huangpu]

​„Traditionell lag der Fokus in China auf Gold, Jade und Perlen“, erinnert sich Schwarz. „Wir dachten, es würde viele Jahre dauern, bis sich Farbedelsteine in China durchsetzen. Doch innerhalb weniger Jahre wurde China zum größten Markt für Farbedelsteine.“

Hinzu kommt, dass China nicht nur verarbeitet, sondern direkt Endprodukte herstellt, nämlich Schmuck. „Es gibt nicht nur Massenproduktion im mittleren und preisgünstigen Segment, sondern auch hochwertiges Design. Shanghai hat alle Voraussetzungen, um ein globales Zentrum für High-End-Schmuck zu werden: wirtschaftliche Stärke, finanzielles Potenzial, künstlerisches Umfeld.“

Die Rolle des Labors sieht er dabei klar: Es schafft Vertrauen bei den Verbrauchern. „Vom Bergwerk bis zum fertigen Schmuckstück ist das Labor eine unverzichtbare Station. Jeder Bericht, den wir ausstellen, ist ein Gütesiegel des Vertrauens.“

Die Probenbank des Labors, so kündigt er an, werde in Zukunft der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich sein, und zwar „für Forschung, Bildung und Ausstellungen“.

 

 

Ein Beitrag des Medienzentrums des Bezirks Huangpu.