Nach begeisternder „Zauberflöte“ bleiben Frühlingsklänge lebendig
Am Abend des 12. April, mit dem letzten Ton von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ im Opernhaus der Musikhochschule Shanghai, ging der Kernzeitraum des 41. „Shanghai Spring“ Internationalen Musikfestivals erfolgreich zu Ende. Künstler aus China und Deutschland verneigten sich gemeinsam vor dem Publikum.
Deutsch-chinesische Koproduktion
Als Abschlussvorstellung des Kernzeitraums wurde „Die Zauberflöte“ gemeinsam von der Musikhochschule Shanghai (Shanghai Conservatory of Music) und der Hochschule für Musik Freiburg aufgeführt. Die künstlerische Gesamtleitung teilten sich Liao Changyong und Prof. Ludwig Holtmeier, Rektor der Hochschule für Musik Freiburg.
Die deutsche Sopranistin Katharina von Bennigsen überzeugte als Pamina mit warmer, volltönnender Stimme und tief empfundener Emotionalität. Ihre Arien waren aufrichtig und nuanciert, sie zeichnete die Entschlossenheit wie auch die Sanftmut der Figur eindrucksvoll nach. Ludwig Mittelhammer als Papageno betrat die Bühne vom Zuschauerraum aus und sorgte damit für einen überraschenden Auftritt.
Deutsche Künstler loben chinesisches Ensemble
Die ausländischen Künstler sparten nicht mit Lob für das chinesische Ensemble. César Cortés sagte voller Emotion: „Die Energie, die beim gemeinsamen Auftritt aller Sänger freigesetzt wurde, traf mich direkt ins Herz. Die letzte Vorstellung war ein Zeugnis des gemeinsamen Wachstums von Team und Individuum. Das Talent und der Einsatz der Studierenden der Musikhochschule Shanghai machen die Bühne zu einem warmen künstlerischen Zuhause.“
Katharina von Bennigsen, die zum ersten Mal nach Shanghai kam, war von der Aufgeschlossenheit und Vitalität der Stadt begeistert und staunte über die klangvollen Stimmen und die ausgeprägten Persönlichkeiten der Shanghaier Studierenden. Der internationale Austausch, so sagte sie, bereichere alle Beteiligten.
Dirigent Marius Stieghorst erklärte, dass die „Zauberflöte“ die „Volksoper“ des deutschen und österreichischen Kulturkreises sei. Umso mehr freue ihn die präzise Erfassung von Rhythmus und Stil durch die Shanghaier Studierenden und Lehrkräfte. Regisseur Alexander Schulin sagte direkt, es handele sich um eine „wechselseitig bereichernde“ Zusammenarbeit. Die Hingabe und Spontaneität der jungen chinesischen Darsteller hätten ihn weit über seine Erwartungen hinaus künstlerisch inspiriert.
Ausblick: „Bayreuth in Shanghai“
Mit dem Kernzeitraum ist „Shanghai Spring“ noch nicht vorbei. Das Festival führt erstmals das Modell „Kernzeitraum + Verlängerungsphase“ ein. Eine Reihe bedeutender Produktionen wird nacheinander auf der Bühne stehen und das goldene Aushängeschild der asiatischen Metropole der Darstellenden Künste weiter zum Leuchten bringen.
Als einziges Asien-Projekt der Bayreuther Festspiele präsentiert „Bayreuth in Shanghai“ Wagners monumentale Oper „Die Walküre“. Es ist das zweite Schwergewicht des Dreijahresprogramms. Die Weltpremiere findet am 24. und 26. April im Shanghai Grand Theatre statt, drei Monate vor der Aufführung in Bayreuth selbst. Es handelt sich um den bewegendsten und zugänglichsten Teil des „Ring des Nibelungen“. Auch der berühmte „Walkürenritt“ wird das Publikum mitreißen.
Inszeniert wird die Oper von Katharina Wagner, Urenkelin Richard Wagners und Leiterin der Bayreuther Festspiele, die mit ihrer avantgardistischen Bühnensprache das Werk neu interpretiert. Dirigent Xu Zhong übernimmt die musikalische Leitung des Suzhou Symphony Orchestra, verstärkt durch Mitglieder des Bayreuther Festorchesters. Internationale Spitzensänger und chinesische Stimmgrößen treten gemeinsam auf. Der chinesische Bassbariton Shenyang verkörpert den Göttervater Wotan.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.