Shanghai stellt Aktionsplan für kinderfreundliche Entwicklung vor
Shanghai hat einen dreijährigen Aktionsplan (2026–2028) eingeführt, um die kinderfreundliche Entwicklung weiter voranzutreiben.
Der Plan deckt das gesamte Spektrum der Entwicklungsbedürfnisse von Kindern ab und umfasst 30 konkrete Maßnahmen in sechs Schlüsselbereichen. Dazu gehören ein stadtweit koordinierter Umsetzungsrahmen, öffentliche Politik, öffentliche Räume, öffentliche Dienstleistungen, Sicherheit und Schutz sowie Maßnahmen zur Sicherstellung der Umsetzung..
Ziel ist es, die Stimmen der Kinder in der Stadtpolitik direkteres Gehör zu verschaffen. Dazu wird das kinderfreundliche Konzept fest in die Stadtplanung, den Bau, die Verwaltung und die Dienstleistungserbringung eingebunden.
Im Rahmen dieser Initiative wird die Stadt charakteristische kinderfreundliche Bezirke und Nachbarschaften sowie öffentlich anerkannte Modellstandorte fördern.
Außerdem soll ein mehrstufiges Beteiligungssystem für Kinder aufgebaut werden, das ihre Mitwirkung als Freiwillige oder Mitgestalter stärkt. Ergänzend werden an Grund- und weiterführenden Schulen Kontaktstellen für Bürgeranregungen geschaffen.
Die Bedürfnisse der Kinder werden stärker in die Stadtplanung integriert, indem spezielle Flächen für kinderbezogene Einrichtungen bereitgestellt und kinderfreundliche Prinzipien in entsprechende Planungsrichtlinien aufgenommen werden.
Die Stadt wird die Leitlinien für Gemeinden, Schulen, Krankenhäuser, Parks und Uferzonen verfeinern und gleichzeitig die Einführung eines kinderzentrierten Bewertungsmechanismus prüfen.
Um kinderfreundliche öffentliche Räume zu fördern, setzt Shanghai auf die Modernisierung bestehender Einrichtungen und eine vorrangige Flächennutzung für Angebote für Kinder. Dazu gehört unter anderem, das Angebot an Kindersportstätten auszubauen und die Sportanlagen öffentlicher Grund- und weiterführender Schulen für die Allgemeinheit zu öffnen. Zudem sollen in Wohngebieten mit hoher Kinderdichte kleine Grünanlagen, sogenannte Pocket Parks, geschaffen werden.
Entlang des Huangpu- und des Suzhou-Flusses werden zudem 177 kinderfreundliche Standorte sowie 100 Service-Stationen entlang der Uferbereiche aufgewertet, um weltweit vorbildliche Uferräume für Kinder zu schaffen.
Die Maßnahmen umfassen auch eine Verbesserung der Kinderangebote in den sogenannten 15-Minuten-Nachbarschaften, etwa durch eine erweiterte Ausstattung mit Einrichtungen für Mütter und Kleinkinder.
Im Bereich Verkehr werden die Bedingungen rund um die Schulen verbessert, unter anderem durch maßgeschneiderte Buslinien, eine Überarbeitung der Kindertarife und die Einrichtung eigener Bereiche für Kinder in der U‑Bahn, wo dies baulich möglich ist.
Auch die öffentlichen Dienstleistungen werden gestärkt, und zwar durch ein erweitertes Betreuungsangebot für Kleinkinder, mehr sogenannte Babyräume in den Gemeinden, eine bessere Qualität des Schulessens sowie eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Museen und Schulen zur Förderung des außerschulischen Lernens.
Zur Unterstützung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Kindern wird Shanghai sicherstellen, dass Schüler täglich mindestens zwei Stunden körperlich aktiv sein können. Zudem werden die Neugeborenenscreenings ausgeweitet und die grundlegende Krankenversicherung für Neugeborene optimiert.
Auch die Angebote im Bereich der psychischen Gesundheit, wie beispielsweise das Programm „Grüne Sprösslinge – das Herz nähren“, werden weiter ausgebaut.
Der Aktionsplan befasst sich darüber hinaus mit Sicherheitsfragen. Konkret werden die Sicherheits- und Rechtserziehung für Kinder verstärkt, Maßnahmen zur Vermeidung schulbezogener Sicherheitsrisiken ausgebaut und die Überwachung von Kinderunfällen verbessert.
Ziel ist es außerdem, schädliche Online-Inhalte und unsichere Interaktionen einzudämmen sowie die Internetabhängigkeit bei Minderjährigen zu verringern.
Auch wird Shanghai die Unterstützung für besonders schutzbedürftige Gruppen verstärken, darunter Kinder in schwierigen Lebenslagen, Kinder aus Migrantenfamilien sowie Kinder mit Behinderungen. Zu den Maßnahmen gehören der Bau spezieller Unterstützungseinrichtungen und der Ausbau der Teams für Kinderangebote auf Gemeindeebene, um einen umfassenderen Schutz zu gewährleisten.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.