Stiftung für Spitzenwissenschaftler schlägt neue Organisation vor
Die Stiftung für Spitzenwissenschaftler der Welt (World Laureates Foundation) mit Sitz in Shanghai hat die Gründung der Weltorganisation der Spitzenwissenschaftler (World Laureates Organization, WLO) vorgeschlagen. Sie soll die globale Forschungszusammenarbeit stärken. Die Initiative wurde auf dem Weltforum der Spitzenwissenschaftler (World Laureates Forum) vorgestellt, das am 1. November in Shanghai zu Ende ging.
Die Initiative setzt sich für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und gegenseitige Forschungsbesuche ein. Das Wohlergehen der Menschheit soll dabei der wichtigste Maßstab für wissenschaftliche Durchbrüche sein.
„Die WLO wird weder bestehende internationale Organisationen ersetzen noch Größe zum Selbstzweck machen. Sie soll dauerhafte Verbindungen zwischen Wissenschaftlern schaffen und der jungen Generation Gehör verschaffen“, sagte der russisch-amerikanische Mathematiker und Fields-Medaillenträger von 1994, Efim Zelmanov. Er stellte die Initiative auf dem Forum vor und rief Wissenschaftler weltweit zur Teilnahme auf.
Wu Xiaohua, Vorsitzender der Stiftung, erklärte, die WLO solle Wissenschaftler vernetzen und offene Wissenschaft fördern. Im Sinne der offenen Wissenschaft solle die Organisation die Grundlagenforschung und die Umsetzung von Innovationen voranbringen, internationale wissenschaftliche Großprojekte initiieren und internationalen Wissenschaftsorganisationen helfen, neue Forschungsfelder zu erschließen.
Obwohl die internationale Zusammenarbeit laut Zelmanov vor Herausforderungen steht, kamen bei dem diesjährigen Forum 33 Träger renommierter internationaler Wissenschaftspreise zusammen. Sie erörterten, welche Fragen die Wissenschaft in den kommenden zehn Jahren stellen und welche Durchbrüche sie erzielen könnte.
Zu den Teilnehmern gehörten Nobelpreisträger sowie Träger des Turing-Preises, des Wolf-Preises und der Fields-Medaille. Hinzu kamen 23 Mitglieder der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften sowie 139 erfahrene Wissenschaftler.
Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2018 hat das Forum Wissenschaftler aus mehr als 30 Ländern und Regionen angezogen. Nobelpreisträger nahmen im Laufe der Jahre insgesamt über 800 Mal teil. Zudem fanden mehr als 600 hochrangige Dialogveranstaltungen statt.
Die Initiative betont auch, dass junge Menschen mehr Chancen erhalten sollen. Dazu gehören die Förderung der Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie die Unterstützung junger Menschen von der Schule bis zur Laborforschung.
Das Forum führte in diesem Jahr erstmals den Preis für junge Wissenschaftler (WLF Prize for Young Scientists) ein. Junge Forscher machten fast ein Drittel der Teilnehmer aus.
Mehrere renommierte Wissenschaftler diskutierten zudem, wie künstliche Intelligenz (KI) die Forschung in absehbarer Zukunft verändern könnte, insbesondere für die nächste Forschergeneration.
Eine vom Wissenschaftsverlag Elsevier und weiteren Institutionen initiierte Umfrage zum KI-Einsatz unter chinesischen Promovierenden ergab, dass ihr Bedarf an KI inzwischen über Literaturrecherchen und die Organisation von Wissen hinausgeht. Er umfasst auch die Auswahl von Forschungsthemen, theoretische Untersuchungen und das Forschungsdesign.
Mehr als 83 Prozent der Befragten aus Bereichen wie Medizin, Ingenieurwesen und Physik gehen davon aus, dass KI in den kommenden zwei bis drei Jahren eine wichtige Rolle bei der Gewinnung neuer Erkenntnisse spielen wird.
Die Ergebnisse zeigen, dass Promovierende von KI nicht nur eine höhere Forschungseffizienz erwarten. Sie erhoffen sich auch eine weitergehende Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Forschungskompetenzen und der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung.
Experten zufolge sind im KI-Zeitalter die Fähigkeit, wissenschaftliche Probleme zu erkennen, Belege kritisch zu prüfen und unabhängig zu urteilen, für junge Forscher entscheidend.
„KI wird den Menschen helfen, sich darauf zu konzentrieren, wirklich neue Richtungen zu finden und völlig neue Ideen zu entwickeln“, sagte Ingrid Daubechies, Trägerin des World Laureates Foundation Prize 2026 in der Kategorie Informatik oder Mathematik.
Quelle: China Daily