Chinesische Firmen setzen auf Fremdsprachen-Talente mit Zusatzqualifikationen
Talente veranstaltet. [Foto: Shanghai Observer]
Auf dem Frühjahrskarrieremarkt der Fremdsprachenuniversität Shanghai (Shanghai International Studies University, SISU) wurde erstmals eine eigene Messe für „Global Expansion“-Talente veranstaltet. Insgesamt nahmen 130 Unternehmen teil, darunter fast 60 aus den Bereichen Rohstoffhandel, Hightech-Industrie, neue Energien und Unterhaltungselektronik, die zahlreiche Stellen für Fremdsprachenabsolventen im Auslandsgeschäft anboten.
Vor dem Hintergrund der KI-Entwicklung und der Expansionswelle chinesischer Unternehmen sind Fachkräfte mit dem Profil „Fremdsprache + X“ besonders gefragt. Mehrere Personalverantwortliche betonten, dass Sprachkenntnisse die Grundvoraussetzung seien, entscheidend sei jedoch die Kombination mit fachlichen Zusatzqualifikationen.
Die C&D Group plante, über 200 neue Mitarbeiter einzustellen, darunter gezielt Absolventen mit Französisch-, Spanisch-, Portugiesisch-, Arabisch- und Russischkenntnissen. Ein Personalverantwortlicher erklärte zudem, dass es für Fachkräfte mit seltenen Sprachen keine Einstellungsobergrenze gebe.
Trotz der rasanten Verbreitung von KI-Übersetzungstools betonten mehrere Unternehmen, dass KI die Kernkompetenzen interkultureller Kommunikation nicht ersetzen könne. Guo Qianmiao, Masterstudentin im Fach Englischübersetzen an der SISU, berichtete, dass es KI-Übersetzungen kultureller Texte, etwa zum Yu-Garten, an kultureller Tiefe mangele.
An der SISU ist das Modell „Fremdsprache + X“ inzwischen weit verbreitet. Wang Youzhan, Absolvent des englischsprachigen Studiengangs Versicherungsmathematik, verfügte über das Sprachdiplom TEM-8 und ein nordamerikanisches Aktuarszertifikat und hat bereits Zusagen von einer Wertpapierfirma und einer Bank erhalten.
Die SISU hat kürzlich zwei neue MBA-Fachrichtungen eingeführt, nämlich „Global Expansion & International Business“ und „International Tourism Management“. Rektor Meng Zhongjie erklärte, die Universität werde ihre Kernkompetenz in der internationalen Kommunikation nutzen, um interdisziplinäre Talente für die globale Geschäftspraxis auszubilden.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.