Shanghai lockt globale Innovatoren und Existenzgründer auf technologischem Gebiet
Peter Hrapko war zuvor ein Beamter des slowakischen Verkehrsministeriums. Während einer Dienstreise im Kontext der Seidenstraßeninitiative vor zehn Jahren zeigte er großes Interesse am riesigen Markt für multimodale Transporte in China.
Heute gilt dieser Slowake als Existenzgründer in Shanghai und betreibt hier sein eigenes Tech-Unternehmen. Er bemüht sich darum, grüne und kohlenstoffarme multimodale Transportlösungen zu bieten.
Das Team von Hrapko erhielt kürzlich bei den Finalrunden des internationalen Innovations- und Existenzgründungswettbewerbs „Start-up in Shanghai“ einen Preis für sein horizontales intermodales Umladesystem. Diese Technologie ersetzt die traditionelle vertikale Containerhandhabung durch eine horizontale Transfermethode, wodurch die Fixkosten um 49 Prozent gesenkt, die Betriebskosten um 15 Prozent reduziert und die Umschlageffizienz vervierfacht werden können.
Diese Auszeichnung bedeutet nicht nur Anerkennung, sondern ist auch mit konkreter finanzieller Förderung verbunden: Wenn das Team innerhalb von zwei Jahren ein Unternehmen in Shanghai registriert und Wagniskapital in Höhe von 5 Millionen Yuan (ca. 718.640 US-Dollar) einwirbt, erhält es eine Finanzierungsunterstützung von 600.000 Yuan. Diese Unterstützung kommt aus dem innovationsfördernden Fonds für technologieorientierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Shanghai.
Der Slowake gehört zu den ersten internationalen Unternehmern, die Fördermittel aus dem Innovationsfonds der Stadt für KMU erhalten haben. Er betonte, dass die umfassende Förderungspolitik für Start-ups in Shanghai eine entscheidende Rolle beim Vorantreiben des Projekts gespielt habe.
Während der Branchen-Kontaktbörse in der Halbfinalrunde erhielt Hrapko Einladungen mehrerer Stadtbezirke von Shanghai. Nach dem Wettbewerb half ihm das städtische Gründerzentrum bei der Kontaktaufnahme mit relevanten Bezirksbehörden, Logistikparks und potenziellen Kunden, was ihm ermöglichte, seine Pläne im Bezirk Baoshan fertigzustellen.
Hrapko führt derzeit Gespräche mit mehreren chinesischen Logistikunternehmen über eine Pilot-Zusammenarbeit. Obwohl das Team in Europa bereits einen Prototyp hat, plant er, die eingeworbenen Mittel für die Entwicklung eines Systems einzusetzen, das besser auf den chinesischen Markt zugeschnitten ist.
Von dem Wettbewerb profitiert nicht nur dieses Team. Eine Reihe weiterer Projekte, darunter eine AR-Plattform für grenzüberschreitenden Handel aus Simbabwe und ein intelligentes Schmerzmanagement-Armband aus Frankreich, haben ebenfalls über den Wettbewerb ihren Weg nach Shanghai gefunden.
Das Innovationsökosystem in Shanghai zieht eine wachsende Zahl von Unternehmern aus verschiedenen Ländern an, von denen viele die Stadt als ersten Standort für den Technologieeinsatz wählen. Dieser Trend unterstreicht weiterhin Shanghais Position als bevorzugtes Zentrum für globale Start-ups.
Der Wettbewerb „Startup in Shanghai“ ist ein anschauliches Beispiel für die technologische Anziehungskraft der Stadt. Zum ersten Mal in seiner 13-jährigen Geschichte richtete der Wettbewerb eine eigene Kategorie für internationale Teams ein. Diese Ausgabe zog 71 Teams aus 21 Ländern an, darunter den USA, den Niederlanden, Frankreich und Simbabwe, wobei acht Teams mit dritten Preisen und Exzellenzauszeichnungen geehrt wurden. Die Preisträger können je nach Auszeichnungsstufe Fördermittel in Höhe von 200.000 bis 1 Million Yuan erhalten.
Nach den Wettbewerbsregeln werden alle ausländischen Teilnehmenden in einer gemeinsamen Kategorie gruppiert. Selbst wenn sie in ihren Heimatländern bereits Unternehmen registriert haben, werden sie, sobald sie bereit sind, ihr Geschäft in Shanghai zu starten, wie lokale Start-ups behandelt und erhalten gleiche Förderchancen.
Für internationale Teams ohne lokale Rechtspersönlichkeit ist die Förderpolitik flexibel und gewährt eine zweijährige Einlösefrist. Innerhalb dieses Zeitraums können sie entsprechende staatliche Unterstützung erhalten, sobald sie eine Unternehmensregistrierung abschließen und Finanzmittel sichern. Berechtigte Teams können außerdem technologische Innovationsgutscheine in Anspruch nehmen, um professionelle Dienstleistungen wie Business-Inkubation, Tests und Inspektionen, Fintech und geistiges Eigentum zu bezahlen.
Neben der finanziellen Förderung bietet Shanghai auch Unterstützung in einem breiten Spektrum von Bereichen, einschließlich politischer Beratung, Steuern, regulatorischer Dienstleistungen und Talentprogrammen. Während des gesamten Wettbewerbs werden Veranstaltungen wie die „Jing'an Night“ und der „Lingang Workshop“ organisiert, um internationale Projekte mit Investoren, hochwertigen Inkubatoren und Unternehmen mit Anwendungsszenarien zu vernetzen. Die Stadt bietet auch eine All-in-One-Navigation für Innovationsunterstützung, Talentakquise sowie Forschungs- und Entwicklungssubventionen.
[Foto: Shanghai Observer]
Der niederländische Unternehmer Mert Orhan Astam, Mitgründer und CEO von HaptonTech, liefert ein weiteres Beispiel dafür, wie die Stadt internationale Innovatoren unterstützt. Während seiner Doktorarbeit stellte er fest, dass viele der von ihm benötigten Vorläufermaterialien aus China bezogen wurden, während Shanghai eine Konzentration führender humanoider Roboterhersteller beherbergt, die potenzielle Kunden sein könnten.
Sein Team plant, in Shanghai ein Unternehmen zu registrieren, ein Labor einzurichten und eine Fabrik zu bauen, da es die umfassende Unterstützung für frühe Hardtech-Projekte durch lokale Investoren schätzt.
Alle prämierten internationalen Teams werden nun in eine kontinuierliche Betreuungsliste aufgenommen. Während diese Teams in diesem Jahr nach und nach die Förderbedingungen erfüllen, wird die erste Tranche des Innovationsfonds entsprechend ausgezahlt.
Ein Beitrag von Shanghai Observer.