Neue Wege, Shanghai zu entdecken: KI und soziale Medien

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Für viele Touristen beginnt eine Reise nach Shanghai nicht mehr mit einer festgelegten Reiseroute. Stattdessen startet sie häufig mit einem kurzen Video, einem Social-Media-Beitrag oder einer Frage an einen KI-Chatbot.

Neben Sehenswürdigkeiten wie dem Bund und dem Yu-Garten nutzen immer mehr Reisende digitale Tools. Sie entdecken damit alltägliche Orte, die ihren Interessen entsprechen, von Optikergeschäften über Supermärkte bis hin zu Cafés.

Shanghai verzeichnete im Jahr 2025 mit 9,36 Millionen Besuchen aus dem Ausland einen Rekordwert. Im ersten Quartal 2026 wurden 1,46 Millionen ausländische Reisende gezählt, ein Anstieg von 25,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Dieser Anstieg verdeutlicht nicht nur die Vorteile der erleichterten visafreien Regelungen, sondern spiegelt auch einen Wandel im Planungs- und Erlebnisverhalten der Besucher wider.

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Touristen kaufen Brillen in der Shanghai International Eyewear City. Der Ort ist bei Reisenden
beliebt und wird in den sozialen Medien häufig geteilt. [Foto: Shanghai Observer]

​Die Shanghai International Eyewear City ist ein Beispiel dafür.

In Lucys Store, auch bekannt als Ziye Optical, nimmt der Anteil internationaler Touristen kontinuierlich zu. Viele haben den Laden durch TikTok, Google-Suchen oder Empfehlungen anderer Reisender entdeckt.

Für diese Besucher ist der Reiz klar: englischsprachiger Service, wettbewerbsfähige Preise und kurze Fertigungszeiten. Dank des Marktmodells „vorn Laden, hinten Werkstatt“ können einige Brillen innerhalb weniger Stunden gefertigt werden.

Was einst nur ein praktischer lokaler Service war, hat sich zu einem einzigartigen Shanghai-Erlebnis entwickelt. Dieses Erlebnis empfehlen Besucher gerne online weiter. Ein ähnlicher Trend ist auch in Supermärkten zu beobachten.

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Die Filiale von RT-Mart an der Pingxingguan-Straße hat koreanischsprachige Schilder angebracht,
um südkoreanische Besucher besser zu bedienen. [Foto: Shanghai Observer]

​Die Filiale von RT-Mart an der Pingxingguan-Straße wird bei südkoreanischen Besuchern immer beliebter, nachdem sie auf südkoreanischen Social-Media-Plattformen bekannt wurde. Viele kommen mit Koffern an, fotografieren ihren Besuch und kaufen dabei Snacks, Obst und Geschenke, die von Bloggern empfohlen werden.

Daraufhin hat das Geschäft koreanischsprachige Schilder und Durchsagen eingeführt sowie Mitarbeiter eingesetzt, die auf Koreanisch helfen können. Außerdem wurde ein Service für sofortigen Steuerrückerstattung beim Kauf für berechtigte ausländische Besucher eingeführt.

Für viele Reisende zeigen solche Orte eine Stadt, die praktisch, erschwinglich, effizient und voller Alltagsenergie ist.

Die Besucher von heute sind nicht nur Konsumenten. Sie sind auch Content-Creators.

Ein optisch auffälliges Getränk, ein Bummel durch einen Nachbarschaftsmarkt oder ein besonderes lokales kulinarisches Erlebnis können schnell zu einem Social-Media-Beitrag, einem Kurzvideo oder einer Empfehlung ins Ausland werden.

Ein aktuelles Beispiel ist ein Matcha-Getränk mit einem niedlichen Lamm-Motiv und schwarzem Gesicht, das im HAI550 an der Huaihai-Mittelstraße verkauft wird. Seine visuelle Wirkung macht es leicht, es zu fotografieren und über kulturelle Grenzen hinweg zu teilen.

Diese Beispiele zeigen, wie alltägliche städtische Erlebnisse zunehmend das globale Bild von Shanghai prägen.

Für Shanghai besteht die Chance nicht nur darin, mehr Besucher anzuziehen, sondern auch ihnen die Stärken der Stadt näherzubringen und sie zum Teilen anzuregen. Dazu gehören bequeme Dienstleistungen, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, lokale Küche, kreativer Einzelhandel und ein lebendiges Nachbarschaftsleben.

 

 

Ein Beitrag von Shanghai Observer.