Liao Changyong feiert 40 Jahre Städtepartnerschaft in Hamburg: Chinesische Kunstlieder erklingen in Deutschland
Am Abend des 19. Juni fand in der Hamburger Laeiszhalle das Konzert „Vier Jahrzehnte im Einklang: 40 Jahre Städtepartnerschaft Shanghai-Hamburg“ statt. Dirigiert wurde das Konzert von Clemens Malich, Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT). Liao Changyong, Präsident des Shanghai Conservatory of Music (SHCM), präsentierte gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden des SHCM sowie der HfMT ein festliches Programm.
Shanghai-Hamburg“. [Foto: Jiefang Daily]
Die Veranstaltung wurde vom Hamburger Senat als offizielles Kulturprojekt im Rahmen des Jubiläums anerkannt und auf dem offiziellen Stadtportal Hamburg.de beworben. Rund 2.000 Zuschauer erlebten den Abend in der traditionsreichen Laeiszhalle. Das Programm knüpfte an das bewährte Konzept der Tournee „Melodies & Verses“ in China an und gliederte sich in chinesische, französische sowie deutsch-österreichische Kunstlieder.
Liao Changyong interpretierte Werke wie „Da Jiang Dong Qu“ (Der große Strom fließt nach Osten), „Jiao Wo Ru He Bu Xiang Ta“ (Wie könnte ich nicht an ihn denken) sowie Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ und Maurice Ravels „Don Quichotte à Dulcinée“. Dabei wechselte er souverän zwischen Chinesisch, Französisch und Deutsch.
Der erst 17-jährige Geiger Zhang Aozhe, der im Oktober vergangenen Jahres den ersten Preis beim 58. Internationalen Violinwettbewerb „Premio Paganini“ gewann, präsentierte das vom SHCM-Komponisten Chen Gang arrangierte Stück „Morning in Hmong Mountains“. Das Ensemble spielte zudem Werke von Vivaldi, Brahms, He Luting sowie Bearbeitungen chinesischer Volksmusik.
Anders als bei der klassischen Klavierbegleitung wurden die Kunstlieder vom „SHCM Soloists Chamber Ensemble“ begleitet, das sich aus erfahrenen Dozenten, herausragenden Doktoranden und Masterstudierenden sowie Preisträgern nationaler und internationaler Wettbewerbe zusammensetzt. Acht Musiker der HfMT Hamburg wurden in die einzelnen Stimmgruppen integriert und verschmolzen während der Proben und Aufführungen mit ihren chinesischen Kollegen zu einem harmonischen Klangkörper.
im Rahmen des Konzerts. [Foto: Jiefang Daily]
Am Ende des Konzerts spendeten die Zuschauer zehn Minuten lang stehenden Applaus - nicht nur für die musikalische Darbietung, sondern auch als Ausdruck der Wertschätzung für vier Jahrzehnte Freundschaft zwischen den beiden Städten. Liao Changyong betonte, dass das chinesische Kunstlied als Träger nationaler Identität und emotionaler Tiefe eine bedeutende Rolle im kulturellen Austausch spiele.
Am 21. Juni gastierte das Ensemble mit einem weiteren Konzert im Konzerthaus Berlin. Dort wurde erneut „Da Jiang Dong Qu“ aufgeführt – das erste chinesische Kunstlied, das der Komponist Qing Zhu 1920 in Berlin komponierte und somit an seinem Entstehungsort präsentierte. Von der Huangpu bis zur Elbe: Die Begegnung der Kulturen gewinnt durch Austausch und gegenseitige Inspiration an Tiefe.
Ein Beitrag von Jiefang Daily.